Wo Fremde Familie werden: Fest für das Haus der ukrainischen Freundschaft

Das Leitmotiv Gemeinsam.Menschlich.Leben zog sich wie ein roter Faden durch das Dankesfest im HirschburgFORUM am 5. September. Besonders eindrücklich machte dies die Ansprache von Peter H. Dehnen, Vorstand der Margarete-Breuer-Stiftung, deutlich. Er sprach davon, wie prägend der Verlust eines Zuhauses ist – eine Erfahrung, die auch seine Mutter im Krieg machen musste. Gerade deshalb wisse er, wie wichtig Orte sind, die Menschen Geborgenheit, Nähe und Heimat schenken. 

Mit dieser Haltung wurde das Haus der ukrainischen Freundschaft (HUF) geschaffen: als Wohnzimmer, das nicht nur Begegnungen ermöglicht, sondern Wärme und Gemeinschaft schenkt. Ein Ort, der wie eine zweite Familie trägt – offen für alle, die hier ankommen, und lebendig durch die Menschen, die es mitgestalten. 

Vom Projekt MBS.UA zum lebendigen Wohnzimmer 

Als 2022 der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, startete die Stiftung das Projekt MBS.UA – ein Projekt der Margarete-Breuer-Stiftung – als Soforthilfe. Lebensmittel, Kleidung, medizinische Hilfe und Begleitung bei Behördengängen standen im Mittelpunkt. Für viele Geflüchtete war dies der erste Halt in einem unsicheren Alltag. 

2023 öffnete dann das HUF seine Türen. Von Beginn an war es als Wohnzimmer gedacht – ein Ort zum Ankommen, zum Teilen und Gestalten. Heute ist es ein lebendiger Treffpunkt: Kinder lernen dort Mathematik oder Physik, Jugendliche besuchen den IT-Club, Erwachsene erweitern ihre Sprachkenntnisse im Sprachcafé. Kreative Workshops laden zum Malen, Basteln und Gestalten ein, während regelmäßige Treffen, Filmabende und Tanzkurse Raum für Leichtigkeit und Freude schaffen. Manche gehören zur HUF-Familie seit den ersten Tagen, viele sind im Laufe der Zeit dazugekommen. Gemeinsam machen sie das Haus zu einem Raum der Begegnung, der Nähe und der Hoffnung. 

Musik als verbindendes Element 

Das Dankesfest im HirschburgFORUM begann mit einem Auftritt des ukrainischen Frauenchores, der im HUF gegründet wurde. Der Chor, in dem überwiegend Amateur-Sängerinnen mitwirken, ist längst zu einem festen Bestandteil der HUF-Familie geworden. Mit Leidenschaft und Vielfalt bereichert er das Leben im Haus – und darüber hinaus. Auftritte in Düsseldorf, zuletzt in Cochem und bald auch in Berlin, zeigen, wie stark Kultur Brücken schlägt und Menschen verbindet. 

Dank und Würdigung 

Im Mittelpunkt des Abends standen die Menschen, die das HUF tragen. Yuliia Dovzhenko, Leiterin des Hauses, wandte sich mit persönlichen Worten an die HUF-Familie. Sie dankte für Herzlichkeit, Kreativität und Energie, die das Haus zu einem Ort der Begegnung und Geborgenheit machen. 

Auch Peter H. Dehnen unterstrich, dass ohne diese HUF-Familie das Haus nicht das wäre, was es heute ist: ein lebendiger Ort, an dem Menschen nicht nur Unterstützung, sondern auch ein neues Zuhause finden. 

Ein Abend des Miteinanders 

Nach den Worten der Dankbarkeit folgte ein festliches Miteinander. Bei einem reichhaltigen Buffet wurde gegessen, gelacht und erzählt. Später füllte Musik den Saal, und viele Gäste tanzten gemeinsam. 

Das Dankesfest im HirschburgFORUM war damit mehr als nur eine Feier – es war ein lebendiges Beispiel für das Leitmotiv unseres Forums: Gemeinsam.Menschlich.Leben. Wo Fremde zu Familie werden, wächst Gemeinschaft – und aus dem Gefühl der Fremdheit entsteht ein neues Zuhause.